die kleine Oranienburger LG

 

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Zum nun schon X-ten Male luden Siggi und Tilo und ihre tatkräftigen Frauen Simone und Kathrin zur obligatorischen Chemnitz-Umrundung, wie immer 14 Tage vor dem Rennsteiglauf, ein.

Wir trafen uns in Chemnitz….am Samstagmorgen so gegen kurz vor 07…. am Johannes-Kepler-Gymnasium an der Fürstenstraße und klärten die letzten Dinge und Besonderheiten.

Namentlich handbeschriftete Klappbecher, die Männer bekamen Blaue und die Frauen Rote, gehörten zum Service, genau wie der kostenlose Becher.- und Kleidertransport von Verpflegungspunkt zu Verpflegungspunkt, was ja sonst der Läufer selbst übernehmen muss.

Gegen 8.00 Uhr waren wir damit durch, das obligatorische Teilnehmerfoto war im Kasten,   und alle konnten sich nun auf den Weg, Rund um Chemnitz (RuC), machen…. Der geplante Weg führte uns durch den Zeisigwald – Hilbersdorf – Ebersdorf – Glösa – Sechsruthenwald – Draisdorf – Heinersdorf – Röhrsdorf – Rottluff – Rabenstein – Rabensteiner Wald – Grüna – Mittelbach – Stelzendorf – Markersdorf – Harthau – Erfenschlag – Altenhain – Adelsberg und Euba wieder zurück zum Johannes-Kepler-Gymnasium.

Ich wusste nach einigen Kilometern nicht mehr wo ich bin, lief aber beruhigt im ganzen Pulk und erfreute mich der schönen Landschaft, dem Wetter und der guten Verpflegung unterwegs. Irgendwer erzählte etwas von einem Bergsprint und der Pause die vorher wohl noch gemacht wird….

Und so kam es auch.  Am wohl tiefsten Punkt der Strecke folgt erst eine Rast mit gutem Essen und dann gings los… zum legendären, gefürchteten und ultimativen, „Heinersdorfer Bergsprint®“. Dort wurden schon für so manchen Teilnehmer die Weichen für den weiteren Verlauf der Tour gestellt: der austrainierte Läufer wird auch weiterhin zu Fuß unterwegs sein, aber es gibt danach auch Umsteiger auf’s Fahrrad, im schlimmsten Fall sieht man sich als Beifahrer in einem der Versorgungsfahrzeuge wieder.

Der Läufertross setzt sich also auf der rund 400 Meter langen Anlaufgeraden in Bewegung. Vorn kristallisiert sich schon nach wenigen Schritten eine Vier-Mann-Gruppe heraus, ich war einer von ihnen, die den Spaß „ganz furchtbar“ ernst nahmen….

Zur Mittagszeit, die Sonne scheint unbarmherzig auf uns nieder,  treffen wir dann mehr oder weniger angeschlagen auf dem Totenstein ein. Die gleichnamige „Alm“ wartet bereits mit dem leckeren Essen, es gab Nudel mit Wurstgulasch, auf uns…..- auch „Nachholen“ ist erlaubt und  ich hätte es wissen müssen, nach dem Verzehr zweier recht großer Portionen, fiel mir das spätere Weiterlaufen schwerer…. richtig schwer! Ich denke darüber nach, wie schön es wäre hier in der Sonne zu liegen und ein schönes (altersbedingtes) Mittagsschläfchen zu halten…. und die Welt wäre in OrdnungIMG_1422

Ich bin also müde…. daran änderte auch die Besteigung des Maria-Josepha-Turmes und der herrliche Ausblick  nichts….

Ich denke immer noch ans Mittagsschläfchen…. aber wir müssen weiter, da wir ja erstmal die knappe Hälfte hinter uns haben. Bergab nach Grüna rutscht das Essen im Körper auch gut nach unten und dort bleibt es…bildet ein super Völlegefühl, welches sich auch nicht durch gezielte Veratmungstechniken und Jogaübungen im Wald, verdrängen lässt…..

Weiter geht’s…. und im weiteren Verlauf der Runde werden beim Durchlaufen des Heckert-Wohngebietes diverse Dialoge über nützliche und unnützliche Themen geführt unter anderem auch aus dem Kultstreifen „Ritter der Kokosnuss“, denn am unteren Ende des Hutholzes wartet an der Klaffenbacher Ölbude die sogenannte „Brücke des Todes“. Im Film stellt der Wächter der Brücke drei Fragen und nur wer sie richtig beantwortet „darf das andere Ufer seh’n“. Der „Mann aus Szene 24“ fehlt dann jedoch bei unserem Eintreffen an dem maroden Bauwerk und so können wir alle, ohne irgendwelche Fragen beantworten zu müssen,  sicher die Brücke passieren….. und weiter geht’s….

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Die Aussicht und auch die häufige Rundumsicht sind zwar nicht schlecht…. nur ziehen sich die folgenden Anstiege aus welchem Tal auch immer, ewig.  Die Strecke hatte es bis her schon in sich…und war für mich als Flachlandläufer eine echte Herausforderung – egal ob die Strecke hoch oder runter führte, gelenkschonend war sie bis hier in keinster Weise 🙂  auch die Sonne schien nach wie vor, unbarmherzig auf uns nieder…..IMG_1333

An der Kneippanlage am Niedereinsiedler Wald (Ankunft ca. 15:20 Uhr) war eine halbstündige Kneippkur und Kaffeepause geplant…..als wir dort eintrafen….irgendwie erschöpft war die geplante Kaffeepause und der Wassertret-Wellness-Bereich am Ortsausgang schon mustergültig vorbereitet. Der Kaffee ist ausschankbereit, (selbst gebackenen) Kuchen gibt es (sowieso schon den ganzen Tag) und die von Tilo gebügelten Handtücher liegen griffbereit auf der Bank neben dem Bassin. Das Wasser ist allerdings >Arsch< kalt und so sind es nur die Tapfersten, welche sich die Füße, zusätzlich zum Rest des Körpers, erfrieren…. Ich gehörte nicht dazu….dafür hat mir der Kuchen geschmeckt!

 

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Von nun an geht’s Bergauf….wieder Bergauf…. Ich überlege ob es auch schon mal bergab ging und ich weiß auch nicht mehr wie viel Kilometer es nun schon Berghoch geht, ich hab das Gefühl für die Zeit verloren….mit mir wandern der größte Teil der Teilnehmer…. wir befinden uns aber, so sagt man mir, auf der vorletzten Etappe und steuern somit den letzten Versorgungspunkt der Umrundung an. Er befindet sich unterhalb des Adelsbergturmes. Von da geht es nur noch bergab. …. Mit mir geht’s auch Bergab… mit blutleerem Kopf und ständig leicht krampfender Beinmuskulatur schleppe ich mich von Kilometer zu Kilometer……

Eine Läuferin hat eine Netto-Laufzeit  von 6:49 Stunden ermittelt, was in etwa dem vorgesehenen Schnitt von sechseinhalb Minuten entspricht.

Die Duschen befinden sich in der ersten Etage des Johannes-Kepler-Gymnasium’s (gefühlt befanden sie sich in der 5 Etage….) es gibt warmes und auch kaltes Wasser aus etlichen Münzbetriebenen Duschen. Damit war es nicht nur mir, sondern auch allen anderen Atleten möglich, die letzten mädchenhaften Züge vom sportgestählten Körper zu spülen….und ganz langsam kehrten die Geister, die sogenannten Lebensgeister, auch zu mir zurück…… und in mir reift der Gedanke … ganz hinten im Kopf, bei der „nächsten“ Umrundung wieder mit dabei zu sein, denn die Veranstaltung ist einfach >SCHÖN<!

Schöne Woche allen Lesern,