die kleine Oranienburger LG

Monthly Archives: Februar 2016

der Frostwiesenlauf 2016

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Nach einer kurzen und irgendwie unruhigen Nacht

war ich wieder einmal viel zu früh wach.

 

Der Wecker klingelte pünktlich morgens um 6 Uhr und wie so oft fragte ich mich, warum ich mir das antue. Ich stehe ja gerne früh auf, aber manchmal…ja manchmal ist einen doch nach ausschlafen….vor allem dann, wenn man am Tage zuvor schon 36km gelaufen ist….

 Trotzdem lies die gute Laune nicht lange auf sich warten. Es ging ab in die Küche um ein super Frühstück für die begleitenden Schildi WG Bewohner zu zaubern (Toast, Kaffee, Marmelade, Honig und Schokocreme)

 Eine gute Stärkung vor einem Lauf kann schließlich nicht schaden.

 na…interessiert?

dann klickt hier und lest weiter    Bericht zum Frostwiesenlauf 2016 🙂

 Gerne könnt ihr dann hier einen Kommentar hinterlassen.

Ich freue mich auch über Kritik, solange es sich dabei um uneingeschränktes Lob handelt 🙂

 

Quer durch den Wald zum FRA 4123

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Heute sollte es wieder ein längerer Lauf werden und was lag da näher als meine Idee, wieder mal zum alten Raketenkomplex bei Klosterfelde zu laufen, in die Tat umzusetzen.

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Bei herrlichem Vorfrühlingswetter (Wind…noch mehr Wind…Regen…viel Regen…Sturm)  stand heute wieder eine längere Laufeinheit an. In lockerem Tempo führten mich die 22,49km, quer durch den Wald, vorbei am noch stehenden Zehlendorfer Wahrzeichen, über die alte Waldverbindungsstraße, und der alten NVA Straße zum FRA 4123, welches gut versteckt im  Klosterfelder Forst schlummert ….. und von dort dann, vorbei an alten Bäumen und noch älteren Häusern wieder nach Hause…..

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Es ist ein schöner Weg, immer durch den Wald. Früher (ich bin von Früher) haben fleißige Leute einen Weg aus Beton durch den Wald gebaut, wohl damit sich die Rehe nicht die Beine brechen…..

Es läuft sich gut hier….

Die Stille ist erholsam, Pferde stehen und schauen mich an… wenn sie denken können, möchte ich gerne wissen was sie denken

Für die, die es interessiert, finden sich >>>hier<<< einige Erläuterungen zu den Bildern….

Bei Klosterfelde, nicht wirklich weit von meinem Dorf entfernt und im Wald gelegen, befand sich die FRA 4123.

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(ehemaliges MHO Gebäude)  und der ehemalige Haupteingang KDL zur U-Zone)

     Zugehörig der 41. Fla-Raketenbrigade der LSK/LV war sie bis in die 70iger Jahre zunächst ausgerüstet mit dem S-75 „Dwina“ Raketenkomplex, danach wurde sie dann mit der modernisierten Variante „Wolchow“ bestückt.  Die maximale Reichweite des letztgenannten Systems beträgt in etwa 40 Km. Eine Besonderheit dieser FRA war, dass sie ebenso wie die FRA 4122 Prötzel über 2 Feuerstellungen in unmittelbarer Nähe verfügte, eine ältere und eine moderne. Die Funktion der FRA war die Luftverteidigung Berlins, ebenso wie die 3 anderen stationären S 75 Stellungen der 41. Fla-Raketenbrigade (FRA 4121, 4122, 4124). Des Weiteren wurde hier auch die Technik für die 4 mobilen Einheiten (FRA 4141, 4142, 4143, 4144) gelagert. Der Zustand des gesamten Objektes ist traurig, es lässt sich,  den Schrottis sei Dank,  so gut wie kein Stück Metall mehr anfinden. Natürlich hat auch der eine oder andere freundliche Bürger seinen Müll kostenlos entsorgt. Einige Bunkeranlagen wurden außerdem in Brand gesteckt und sind rußgeschwärzt. Auch wurden einige FB-3 in der neuen Feuerstellung zugemauert und als Fledermausquartier hergerichtet.

Bei der Unterkunftszone (U-Zone) handelt es sich um ein übliches recht gut ausgestattetet  Kasernenobjekt, vorhanden war unter anderem auch ein Kino, ein Lebensmittelgeschäft (MHO)  und eine Gaststätte.  Das Heizhaus versorgte die Gebäude im Objekt mit Wärme, eine kleine monolithische Bogendeckung diente als Öllager.

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In der technischen Zone befand sich eine Ringstraße, an der sich die Waschrampe, die Betankungsplätze für die Raketen,  Unterstellmöglichkeiten für die Fahrzeuge befanden.   Auch der übliche Lagerbunker für die Raketen, ein monolithisches Typenbauwerk mit der Bezeichnung MB 1-15 befindet sich hier. Weiterhin sind noch 2 geschützte Garagen und ein einzelner FB-3 mit eingebauten Ziegelofen, zu finden.

 

Die alte Feuerstellung war mit einer Mauer und einer innenliegenden HSA umgeben. Zentral gelegen und umgeben von den 6 Feuerstellungen, der Gefechtsstand. Bei diesem handelt es sich nicht wirklich um einen „Bunker“, sondern um einen von Erdwällen geschützten Gebäudekomplex, der einzige Bunker ist eine am Gefechtsstand angebundene Bogendeckung sowjetischer Bauart. Dabei handelt es sich um eine Fertigteilbogendeckung Typ SBU. Dieser diente zur Unterkunft der Besatzung des Gefechtsstandes. Mehrere angebaute Garagen dienten zur Unterbringung der mobilen Technik des Raketenkomplexes wie die Leitkabine und den Geräten zur Luftraumaufklärung. Eine Trafostation zur Elektroversorgung des Objektes befand sich ebenfalls im Erdwall des GS. Weiter findet man im GS selbst einen Sanitärbereich, eine kleine Küche, eine Speisesaal und schließlich den Lagerraum, den größten Raum des Gebäudekomplexes. Insgesamt ist der Gefechtsstand relativ verschachtelt aufgebaut, mehrere lange begehbare Kabelschächte führen unter den Räumlichkeiten hindurch zu den Feuerstellungen. Der GS ist außerdem mittlerweile extrem baufällig und dürfte sich in den nächsten Jahren ganz von selbst zurück bauen, eine Begehung sollte nur unter größter Vorsicht erfolgen.

Die Feuerstellungen selbst liegen rautenförmig um den Gefechtsstand, es handelt sich dabei um mit Beton ausgekleidete Erdvertiefungen.

Die neue Feuerstellung wurde erst in der 2. Hälfte der 80iger Jahre errichtet. Bei meinen früheren Läufen hier durchs Objekt konnte man teilweise sogar noch die Lieferscheine, datiert auf das Jahr 1986, finden.

Auch hier schützte das Objekt eine Betonmauer und eine innenliegende HSA. Das Gelände ist sehr großflächig und hügelig, die Feuerstellungen liegen in Abständen von etwa 100 Meter auch hier rautenförmig um den Gefechtsstand verteilt.

Fertigteilbogendeckungen Typ FB-3 in Dreiergruppen dienten zur Unterbringung der Bedienmanschaften der Startbatterien. Überall im Gelände verteilt zu finden sind geschützte Garagen zur Unterbringung der Technik des Raketenkomplexes, teilweise wurde an diesen noch monolithische Bunkeranbauten oder einzelne FB-3 angesetzt.

Zentral gelegen auf einem Hügel ist schließlich der teilweise 2-etagige Gefechtsstand zu finden, ein monolithischer Typenbau mit angesetzten Garagen und einem FB-3. Auch hier sind eine Küche, sanitäre Anlagen, ein Speiseraum und der obligatorische Lagerraum zu finden. Rückseitig außerdem noch ein Personenzugang und die Technikräume. Eine Dreiergruppe Fertigteilbunker Typ FB-3 an der Rückseite diente zur Unterbringung der Besatzung.

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